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Schon als Kind durfte Doris Lerche den reichhaltigen Bücherschrank des Vaters durchstöbern. Fasziniert war sie von Texten und Bildern für Erwachsene – und ließ dafür ihre Kinderbücher liegen.
Sobald sie einen Stift halten konnte, begann sie zu zeichnen, zu malen, zu reimen und eigene Geschichten zu schreiben – und hat bis heute nicht damit aufgehört.
Sie wuchs im westfälischen Münster auf. Nach Sprachaufenthalten in London und Paris studierte sie Psychologie, Kunstpädagogik und Grafik-Design, Schwerpunkt Buchillustration.
Sie unternahm ausgedehnte Abenteuerreisen, u.a. in den Iran, nach Afghanistan, Pakistan und Indien. Seit 1976 lebt und arbeitet sie in Frankfurt/Main.
Die satirische Zeichnung war bis in die siebziger Jahre traditionell männlich. Doris Lerche gehört zu den drei ersten Cartoonistinnen der Bundesrepublik. Ihr Cartoonbuch „Du streichelst mich nie!“, 1980 erschienen, wird zum Kultbuch. Nie war der Themenbereich Liebe/Beziehung/Sexualität gnadenloser karikiert worden – noch dazu aus weiblicher Sicht – und, bei aller Schärfe, ohne moralischen Zeigefinger.
Parallel zum Zeichnen schreibt Doris Lerche, denn die Sprechblasen werden ihr schnell zu klein. Es entstehen Erzählungen, Gedichte, Romane, Theaterstücke.
Ihre Sprache ist raffiniert alltäglich. Hinterhältig einfach. Doch unmerklich, wie nebenbei, zieht sie Leserinnen und Leser in die dunklen Kammern der eigenen Seele.
Doris Lerche pendelt zwischen den Künsten. Gemeinsam mit anderen Autoren und Künstlern gründet sie 1986 die „Romanfabrik“ als einen originellen Ort des Austauschs, der Zusammenarbeit und der öffentlichen Vorführung.
Neben der traditionellen Lesung geht es Doris Lerche um neue Formen der Literaturvermittlung. Zusammen mit dem Konzertgitarristen Reimund Popp und dem Percussionisten Günter Bozem entstehen eigenwillige satirisch-musikalische Performances. In Birgitta Linde hat Doris Lerche die ideale Regisseurin gefunden. Sie teilt ihren Sinn für das Groteske und verknüpft – wie in vielen ihrer Inszenierungen – auf unkonventionelle Art Literatur mit Musik.
So verleiht die Bühne Doris Lerches Geschlechterkampf eine weitere Dimension von finsterem Witz und skurriler Tragik.
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